Erste Aussage:
"Du bist doch keiner dieser Typen, die nur Weiber als Freunde haben, oder? Die kann ich mal voll nicht leiden."
Doch bin ich. Die Männerwelt hat mich in Stich gelassen, weil ich gerne lese, Ausstellungen besuche und ins Theater gehe. Weil ich täglich das Feuilleton lese, keine Ahnung von Autos oder Fußball habe und Tittentalk unfassbar dämlich finde. Damit kommen die meisten Kerle, die mir so begegnen, nicht zurecht. Erst recht, wenn mich das einzig übrige Thema ... Geld und Karriere ... auch kalt lässt. Da hilft es auch nicht, wenn ich trinkfest bin, alle Pornostarlets beim Namen nenne und meine Mutter nie anrufe.
Mittlerweile in die Jahre gekommen, kann ich sagen, dass mir der regelmäßige menstruierende Freundeskreis gehörig auf die Nerven kann. Sicherlich sind sie oft die besseren Gesprächspartner, aber hey. Wir wissen alle, wie Frauen sein können. Ein absolutes Hindernis für die eigene Männlichkeit. Wie soll man sich auch maskulin fühlen, wenn die Weiber sagen "Was? Warum trinkst du soviel? Les doch lieber mal Twilight, so genial. Und eine Schnuuuulze, ein Bad und ein Prosecco mit Zuckerrand wäre nun total toooooll!! Heute mache ich übrigens einen Mozarella-Linsen-Tomaten-Biofurz-Salat, hmmm, lecker! Wobei mein Ex das totale Arschloch war, der war immer so grob und ignorant! Trotzdem möchte ich im Bett hart rangenommen werden, hihi." ...
Frauen im Freundeskreis, so sehr ich sie dennoch schätze, sind oft kompliziert, weil widersprüchlich. Kerle scheinen da manchmal einfacher gestrickt. Ein Bier. Ein guter Song. Eine Schlangentänzerin und hohe Flammen. So einfach kann man Männer glücklich machen. Das blöde ist halt immer (für mich), wenn die Show vorbei ist und man wieder über TittenFußballAutosGeld reden muss ...
Vielleicht liegt das auch an mir? Die Kerle in meiner Altersklasse sind alle gar nicht so und ich bin total der eingebildete Vollarsch? Das würde die zweite Aussage meiner Gesprächspartnerin erklären ...
"Ne, ernsthaft. Typen, die nur mit Frauen befreundet sind, haben doch alle Komplexe, quasi einen krankhaften Penisneid. Eine gute, eine schlechte Nachricht. Die Gute: Es kommt nicht auf die Größe an. Die Schlechte: Es interessiert weitaus weniger, als Du meinst. Und nun such Dir endlich einen Kumpel, Pussy."
Ich habe Dirk übrigens danach nicht angerufen. Weil er gerade Kochen lernt mit seiner neuen doofen Freundin. Und gestern aß er mit ihr Salat.
Ja.
Genau DEN Salat.